Kultur in Buenos Aires

Dank unserer (unglaublich teuren) 1.-Klasse-Tickets von Mendoza nach Buenos Aires, für die uns diesmal keine einzige Busgesellschaft einen Studentenrabatt geben wollte, kamen wir relativ ausgeruht in der großen Busstation Retiro an. Von unserem letzten Besuch hatten wir noch unbenutzte Tickets für die U-Bahn übrig und da wir schon vor ein paar Tagen ein Hostal gebucht und uns den Weg zurechtgelegt hatten fanden wir sehr schnell zur richtigen U-Bahn-Station. Dort angekommen fragten wir 2 nette Herren die auf einem Grill „Pan arabe“, eine Art Fladenbrot aus Pizzateig, grillten nach der Straße und sie halfen uns gerne weiter. Im Hostel angekommen suchte der Herr an der Rezeption lange nach unserer Reservierung bis ihm endlich auffiel: „Ihr habt für gestern reserviert!“

Wir dachten kurz darüber nach und stellten fest, dass er recht hatte und wir uns schlicht und einfach im Datum geirrt hatten. Leider hatte er in dem ruhigen Hostel keine Zimmer mehr für diesen Tag frei und schwupps standen wir wieder auf der Straße und quartierten uns im nächsten Internetcafe ein wo wir erstmal unser Hostel vom letzten Buenos Aires Besuch anriefen bei denen wir für die nächsten 3 Nächte reserviert hatten. Sie waren leider auch voll und – noch dazu – hatten sie unsere Reservierung verschlampt und nichts mehr frei für die nächsten Nächte. Na wunderbar, dachten wir uns und suchten auf Hostelworld nach freien Zimmern, die gerade an diesem Wochenende ziemlich rar sind da am Sonntag das Finale des Copa America in Buenos Aires stattfindet. Nach langem hin und her fanden wir dann doch noch ein Zimmer, zumindest für die nächsten 2 Nächte, riefen an und machten uns sofort auf den Weg.

Nach diesem Herumgehetze am frühen Morgen ließen wir den Tag mal wieder langsam angehen, dösten noch ein bißchen und machten uns dann auf den Weg in die Fußgängerstraße „Florida“ wo wir ein bißchen herumschlenderten und die Einkaufshäuser unter die Lupe nahmen. Wir landeten in einem der zahlreichen Ledergeschäfte wo wir eigentlich nur mal gucken wollte. Allerdings stand Chris die hellbraune Lederjacke die er anprobierte so gut, dass wir sie gleich mitnahmen und für Lara eine in Auftrag gaben. Auf dem Rückweg schauten wir uns noch eine öffentliche Tangoshow auf der Straße an und begruben unseren Plan einen Kurs zu machen.

Als wir dann früh uns Bett gehen wollten störten wir uns nicht an der Party die im Foyer des Hostels lief denn man kann in Argentinien von niemandem erwarten vor Mitternacht die Musik leiser zu drehen aber als wir den Lärm um 5 Uhr morgens noch hörten und um 6 Uhr der Straßenlärm vor unserem Fenster anfing beschlossen wir, uns schnellstmöglich ein anderes Hostal zu suchen. Schließlich hatten wir eh nur noch eine Nacht in diesem gebucht. Wir setzten uns also ein weiteres Mal an den PC, stellten fest, dass wirklich kein Hostel mehr freihatte und erinnerten uns an Chris Wunsch, wenigstens einmal in einem 5-Sterne-Hotel zu übernachten. Nun gut, 5 Sterne waren es am Ende nicht, aber es hat uns immerhin 90€ die Nacht gekostet und wir hatten ein großes, warmes Bett, ein eigenes, sauberes Bad mit flauschigen Handtüchern, einen kleinen Flachbildfernseher und schalldichte Fenster. Wir waren im Paradies…aber dazu später mehr.

An unserem 2. Tag in Buenos Aires fuhren wir in ein riesiges Shoppingzentrum ein wenig entfernt vom Zentrum und shoppten dort lustlos ein bißchen herum bevor wir ihn endlich sehen konnten: Harry Potter 7 Teil 2 auf Englisch! Wir kauften für ungewohnt viel Geld – das letzte Mal waren wir in Bolivien im Kino – unsere Eintrittskarten und einen Eimer Popcorn und stellten uns in die Schlange. Aus irgendeinem Grund muss man in Argentinien wirklich immer für alles anstehen, was uns nach 3 Schlangen (zum Ticket kaufen (~ 30 min), zum Popcorn abholen (~20 min) und zum In-den-Saal-gehen (~10 min)) so langsam wirklich auf die Nerven ging. Dafür genossen wir den Film umso mehr (auch wenn die Umsetzung natürlich nicht halb so gut ist wie das Buch, naja, wenn man ehrlich ist war das 7. Buch auch nicht so gut) und mussten uns vor Lachen ausschütten als der ganze Saal klatschte als Ron und Hermine sich küssten und man von überallher lautes Schniefen hörte als Harry „starb“. Sehr sentimental diese Südamerikaner!

Nach dem Film fuhren wir wieder zurück in die Fußgängerzone um Laras Jacke abzuholen und danach machten wir uns auf zu unserem Tageshighlight: das Abendessen! Wir hatten extra den ganzen Tag nichts als das Popcorn gegessen um fit für den Abend zu sein und ein letztes Mal in unser Lieblingsrestaurant „Siga la Vaca“ zu gehen. Wer näheres erfahren möchte wird auf den letzten Buenos Aires Artikel verwiesen. Wir hatten allerdings vergessen, dass dies ein Freitag-Abend und das Restaurant brechend voll war. Wir mussten etwa eine halbe Stunde anstehen bis in dem riesigen Restaurant ein PLatz frei wurde aber dafür ließen wir uns auch viel Zeit und probierten einige der verschiedenen Fleischspezialitäten aus. Lara traute sich diesmal sogar an das Leibgericht der Argentinier heran: Chinchulines, zu deutsch Kuhdarm! Nicht empfehlenswert!

Müde uns vollgefressen fielen wir wieder ins Bett in unserem lauten Zimmer und konnten einfach nicht richtig schlafen. Darum standen wir am nächsten Morgen früh auf, checkten aus und machten uns auf den Weg zu unserem neuen Heim, dem Paradies. Leider konnten wir dort erst um 14 Uhr einchecken und so gaben wir unser Gepäck an der Rezeption auf, frühstückten schnell noch einen Cafe mit Medialunas und fuhren dann mit dem Bus nach La Plata wo das kleine Finale des Copa America stattfand und irrten erstmal mit einer großen Gruppe Argentinier und 2 Venezuelanern durch die kleine Stadt bis wir endlich das Stadion fanden. Wir hatten natürlich gehofft, dass wir Uruguay oder Argentinien im kleinen Finale sehen werden aber Pustekuchen. Stattdessen sahen wir an diesem sonnigen Tag im zweitgrößten Stadion Argentiniens Peru gegen Venezuela (4:1) und fühlten uns ein bißchen wie auf Besuch bei einem Drittligisten.

Wir fuhren problemlos mit dem Bus die 2 Stunden zurück nach Buenos Aires und checkten endlich richtig in unser Hotel ein. Unsere Rucksäcke waren bereits aufs Zimmer gebracht worden und wir mussten nur noch mit dem Fahrstuhl nach oben düsen. Wir duschten uns in unserem eigenen Bad wo man die Temperatur und den Dtuck des Wassers sogar individuell einstellen konnte (ja, das ist inzwischen wirklich Luxus für uns!), gingen noch schnell in einen Kiosk um die Ecke und kauften uns Chips, eine Tafel Milka ganze Haselnuss und etwas zu Trinken und machten es uns bei Rocky Horror Picture Show und Notting Hill (amerikanische Fernsehsender sind einfach echt um Welten besser als bei uns) in unserem Kingsize-Bett gemütlich!

Dieses verließen wir am nächsten Tag auch nur kurz zum Frühstücken und dann erst wieder um 15.30 Uhr, denn um 16 Uhr mussten wir unsere Opernkarten abholen. Jaha, richtig gehört. Das Opernhaus in Buenos Aires, Teatro Colon, soll wirklich wunderschön sein und da wir noch nie in einer Oper waren mussten wir diese Möglichkeit nunmal ausnutzen. Auf dem Programm stand Simon Boccanegra von Verdi. Wir schmissen uns in unsere schicksten Klamotten – sprich Jeans (in Laras Fall zerrissen) und unsere neuen Lederjacken – und liefen zum Theater. Wir dachten natürlich wir seien total underdressed für dieses hochzivilisierte Vergnügen doch als wir einen älteren Herren im Mickey Mouse Pullover entdeckten fühlten wir uns wieder wohl in unserer Haut. Es waren tatsächlich nur wenig Leute im Anzug oder Kleid da. Unsere Plätze hatten uns 20€ pro Person gekostet und waren von der Erklärung „From here you can see the play partially“ begleitet. Wenn man ehrlich ist konnten wir die Bühne zu etwa 40% sehen wenn wir uns komplett nach vorne beugten. Glücklicherweise war das Theater nicht ausverkauft und wir konnten uns 2 Reihen nach vorne schummeln von wo wir in der gleichen Sitzposition fast alles sehen konnten. Die Oper war, wer hätte es gedacht, auf Italienisch und von spanischen Untertiteln begleitet die über eine kleine Leinwand über der Bühne flimmerten. So verstanden wir wenigstens annähernd was auf der Bühne so vor sich ging und hielten sogar die kompletten 2 Stunden durch. Möglicherweise war dies unser letzter Opernbesuch.

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Comments

  • Habe sehr gerne euren Blog gelesen und viele gute Tipps erhalten. Vielen Dank hierfür! Eure Reise ist ja nun schon etwas länger beendet und ihr seid vermutlich voll mit Studium / Jobs beschäftigt, aber darf ich die leise Hoffnung auf ein Fazit oder ähnliches noch aufrecht erhalten?! Liebe Grüße, Kramer

  • Hallo Kramer,

    wir wollten eigentlich auch ein Fazit schreiben – eigentlich sofort nach der Reise. Jetzt hatten wir aber wirklich eine Menge zu tun mit dem Umzug in eine neue Stadt, unserer ersten gemeinsamen Wohnung, neuer Uni und und und

    Aber vielleicht war das auch gut so, denn jetzt können wir etwas mehr von der Distanz reflektieren. Denke eine realistische Zeit für die Veröffentlichung einen “Fazit-Artikel” ist Ende Januar. Bis dahin wird dann auch der nächste Städte-Trip geplant sein – denn wir wollen das Blog weiter nutzen, wenn es auch in nächster Zukunft erstmal mehr keine Weltreise geben wird :p

    Liebe Grüße aus München
    Chris

  • Klasse, freue mich schon auf das Fazit und auf weitere Reiseberichte!

    Alles Gute weiterhin und grüßt mir München. Auch wenn Hamburg schwer zu toppen ist, gefällt es mir dort immer sehr gut.

    Kramer

  • Wo wir waren

  • Wo wir sind

    Wir sind wieder zurück in Deutschland .
  • Kuriositäten

    So geschehen am 11.02.2011 auf der Busfahrt von Mandalay nach Bagan
    Wir sitzen gerade während einer Fahrpause mit einem französischen Pärchen bei einer Tasse Tee, als sich der gut gekleidete Burmese neben uns an Lara wendet: "Excuse me, is this man Elvis Presley?" Er zeigt dabei auf Chris und scheint es völlig ernst zu meinen. Als wir seine Frage verneinen bedankt er sich höflich und wendet sich verwirrt wieder seinem Tischnachbarn zu. Fünf Minuten später fragt er Chris verschüchtert, ob er ein Photo von ihm machen darf.
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