Kolkata – unsere letzte Station in Indien

Wir sind am letzten Ort unser Indien-Rundreise angekommen und wollen über unseren kurzen Aufenthalt in Kalkutta berichten. Wirklich viel gesehen haben wir nicht, denn wir hatten nur knapp 48 Stunden Zeit etwas zu unternehmen.

Am ersten Tag nahmen wir uns das von unserem Reiseführer empfohlene „Indian Museum“ vor. Es lag nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt und ein kleiner Spaziergang tut ja bekanntlich immer gut. Nebenbei bemerkt ist diese Methode auch der beste Weg eine Stadt wirklich kennenzulernen und zu erfahren. Dank der Visitenkarte unseres Hotels fanden wir das Museum ohne uns zu verlaufen :D . Soweit die guten Nachrichten, nach den 300 Rupien Eintritt (Inder zahlen wiedermal 10 Rupien pro Nase) ging das Trauerspiel los. Die meisten Exponate der prähistorischen Dinosaurier-Ausstellung sind in uralten Glaskästen aneinander gereiht. Die wenigsten sind beschriftet (sieht man von der Exponaten-Nummerierung mal ab) und nur Experten dürften verstehen worum es sich bei den einzelnen Exponat handelt. Neben tausenden versteinerter Kleintierchen aus den Urzeiten gibt es auch noch einige „Highlights“ wie Glasfaser-Abdrücke eines Mamutskeletts. Der Abschnuß war jedoch die „Textil & Food“ Abteilung des Museums, denn dort gab es in Alkohol eingelegte Bananen zu bewundern. Die Herstellung diverser Lebensmittel war nicht so wirklich was wir von einem Nationalmuseum erwartet hatten. In jedem Raum erwarteten uns weitere langweilige Ausstellungen über die banalsten Themen, selbst die Kunstgallerie konnte uns nicht begeistern. Auch die ausgestopften Tiere vergammelten regelrecht hinter den Glaswänden. Das Museum hat eigentlich Potenzial, die indischen Kuratoren sollten nur einen europäischen Lehrgang mitmachen und  lernen ihre Exponate entsprechend in Szene zu setzen…

Heute haben wir das Victoria Memorial besichtigt. Unser Guidebook hat ganz Recht mit seiner Beschreibung, denn das Gebäude ist tatsächlich eine Mischung zwischen Taj Mahal und dem Kapitol in Washington. Im Gegensatz zum indischen Museum ist die dortige Ausstellung sehenswert, denn neben vielen uralten Ölgemälden erfährt der Besucher auch eine Menge über die britische East India Company und die Besetzung von Indien durch die Briten. Dort haben sich die 300 Rupien Eintritt (wie im indischen Museum 150 INR pro Nase) gelohnt und neben dem Gebäude selbst ist der Park, der sich weitläufig um das Victoria Memorial erstreckt, gepflegt und wunderschön grün. Letzteres ist ein sehr seltener Anblick in indischen Städten, da diese – gerade die Millionenstädte – normalerweise im Müll ersticken. Kolkata ist hier mit seinen Parks eine schöne Ausnahme.

Wir bewegen uns ausschließlich im Stadtteil Chowringhee und sind damit im Zentrum und dem Wirtschaftsviertel Kalkuttas. Hier gibt es eine Deutsche Bank Filiale sowie Adidas und Rolex Stores. Also alles sehr westlich und wir müssen zugeben, dass wir es wirklich genießen etwas abseits der normalen indischen Verhältnisse zu sein. So haben wir sowohl im Pizza Hut als auch im McDonalds gespeist und dort kurioserweise unsere teuersten Mahlzeiten in ganz Indien zu uns genommen. Umgerechnet in Euro kostet eine kleine Pizza im Pizza Hut nur 2 Euro, allerdings kann man für dasselbe Geld eine Mahlzeit für zwei Personen in einem indischen Restaurant verdrücken.

Ansonsten gilt Kalkutta, die ehemalige Hauptstadt Indiens, als Armenhaus Indiens und in anderen Stadtteilen sieht die Welt hier ganz anders aus. Jeder Europäer kennt ja Mutter Theresa und die westlichen Besucher sollten nicht vergessen, dass sie in dieser Stadt gewirkt hat. Jedoch blieb uns die Welt der Armut, abgesehen von den üblichen indischen Erscheinungen wie Bettler und Straßenkindern, verborgen.

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Comments

  • Uwe aus Wiesbaden

    Dec 4th, 2010

    Hallo, bin auch wieder dabei. Wenn ich das so lese über Indien, ich hatte anfangs auch einen Gedanken meinen Urlaub in Indien zu verbringen, dann war ich, denke ich, gut beraten nach Afrika (Ghana) zu gehen.
    Thailand wird euch besser gefallen…..
    Grüße von Uwe aus Wiesbaden (im Schnee)

  • Wo wir waren

  • Wo wir sind

    Wir sind wieder zurück in Deutschland .
  • Kuriositäten

    So geschehen am 11.02.2011 auf der Busfahrt von Mandalay nach Bagan
    Wir sitzen gerade während einer Fahrpause mit einem französischen Pärchen bei einer Tasse Tee, als sich der gut gekleidete Burmese neben uns an Lara wendet: "Excuse me, is this man Elvis Presley?" Er zeigt dabei auf Chris und scheint es völlig ernst zu meinen. Als wir seine Frage verneinen bedankt er sich höflich und wendet sich verwirrt wieder seinem Tischnachbarn zu. Fünf Minuten später fragt er Chris verschüchtert, ob er ein Photo von ihm machen darf.
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