Ostern in Lima

Unser Flug von Guayaquil nach Lima war angenehm und ohne das kleinste Problem wurde unser Ticket von LAN Airlines akzeptiert. Doch damit nicht genug, denn auch die 26 Dollar Depature-Tax waren direkt im Ticket enthalten. Damit wurde der Flug sogar noch billiger als geplant – eine freudige Überraschung für uns. Ansonsten haben wir die kurze Flugzeit genossen, in Ruhe einen Film geschaut und gefrühstückt.

In Lima angekommen war unser vorher arrangierter Pickup etwas spät dran, aber hat alles nochmal geklappt und nach 20 Minuten im Auto kamen wir dann auch in Miraflores, dem Hotel-Viertel Limas an der Küste an. Unser Hostel war super hilfreich und so wurden wir gleich mit einer Mappe versorgt und machten uns auf endlich ein Guidebook für Peru zu kaufen. Leider war das aus den USA importiert und gar nicht so billig wie wir annahmen, aber hilft ja alles nix – wir brauchen irgendetwas Lesbares, wenn wir einen Monat in Peru verbringen wollen.

Gleich zu Beginn unserer Tage in der Hauptstadt Perus haben wir dem Larcomar Shopping-Center einen Besuch abgestattet. Es dauerte etwas bis wir begriffen wo genau es lag, denn alle die wir fragten sagten uns „Ja, also das ist da Vorne – ihr müsst einfach runter gehen und dann seid ihr da“. Das verwirrte uns ziemlich, denn „da Vorne“ war nichts außer ein paar Bänken und dahinter eben die Klippen, die zum Meer hinunterführten. Erst als wir uns nährten, sahen wir die Rolltreppen die eine Etage tiefer, unter den Platz mit den Bänken, führten. Etwas verdutzt sahen wir uns unten um, denn direkt in das Kliff vor dem Meer haben die Peruaner hier ein super modernes Shopping-Zentrum mit Cafés, Restaurants, Mode-Boutiquen und allem Schnick-Schnack gebaut. In erster Linie ist das Center für Touristen gebaut worden, denn es liegt direkt vor den 5 Sterne Hotels der Stadt. So spricht in Larcomar auch nahezu jeder Englisch und es gibt auch englische Bücher und jede Menge Touristenkram zu erstehen. Aber eines muss man Larcomar lassen, es ist spektakulär gelegen und in einem der Restaurants zu essen ist besonders in der Abenddämmerung sehr schön – wir können das bezeugen, denn wir haben es gleich mal ausprobiert :D

Die Kulturstadt Lima

Die Altstadt Limas mit ihren spanischen Bauten ist wirklich sehenswert – besonders an Ostern. Auch in Peru sind die Menschen extrem gläubig und so ist die Hölle los vor der Kathedrale (ganz simpel „La Catedral“ genannt). Lautsprecher übertrugen die Ansprache der Priester und die Gebete auf den „Plaza de Armas“ vor das riesige Haupttor des Gotteshauses. Direkt neben der Kirche steht der bischöfliche Palast und neben den vielen Geistlichen, die dort ein- und ausgehen scheint er auch eine Attraktion für Katholiken zu sein. Wir sahen wie Nonnen sich schön in einer Reihe aufstellten und ein Gruppenfoto vor dem Gebäude machten :)

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen mal kurz in die Kathedrale zu sehen und ein bisschen des Ostergottesdienstes mitzuerleben. Die Messe in Südamerika ist grundsätzlich wie die überall, nur ist es dort eine Art Familienausflug. Kinder spielen in den hinteren Ecken, Baby weinen ab und an los und auch sonst pflegen die Südamerikaner in den hinteren Reihen auch mal lockere Gespräche untereinander. Die Verehrung von Reliquien ist auch eine Eigenheit der Südamerikaner. Es scheint ungeheuer wichtig zu sein die Jesus-Statue anzufassen oder wenigstens mit einem Osterkranz zu berühren. Vor beliebten „Anfass-Plätzen“ sammeln sich so viele Gläubige und es entstehen lange Schlagen. Einige Male konnten wir sogar beobachten, wie Watte ausgeteilt wurde und sich jeder Gläubige einen Bausch sichern wollte, die in einem Glaskasten mit einer Jesus Statue lag.

Neben der Kathedrale gibts jedoch noch den Regierungspalast am Placa de Ama zu bestaunen. Wie gerufen gab es dort auch eine kostenlose Ausstellung über ein Jubiläum, welches uns wohl nochmal begegnen wird: „100 Jahre Entdeckung von Macu Picchu“. Wir zeigten unsere Passkopien (die Originale haben wir sicher verstaut) vor und konnten mit zahlreichen anderen Besuchern in die Ausstellung spazieren. Zugegeben, die Ausstellung war nicht so super interessant, allerdings wurde dafür ein Seitenflügel des Präsidentenpalastes geöffnet und so bekamen wir einen Einblick in diesen Prachtbau. Am Ende der Ausstellung wollten dann noch ein paar peruanische Teenager ein Foto mit Lara machen – wieso wissen wir gar nicht so genau :D

Natürlich haben wir uns auch das Franziskaner Kloster der Stadt nicht gehen lassen. Im Monasterio de San Francisco (wie der Heilige „eingespanischt“ genannt wird) liegen die Gebeine von über 70.000 Toten. Eigentlich wurde der Keller im Kloster nur für verstorbene Mönche genutzt, aber es dauerte nicht lange da vertrauten auch Gönner des Klosters und Edelmänner ihre Verstorbenen den Franziskanern an und so wuchs die Krypta etwas stärker an als zuvor geplant. Mit der Zeit wurden auch immer mehr Bürger von Lima unter dem Kloster beigesetzt und es dauerte nicht lange, da war das Monasterio so etwas wie der inoffizielle Friedhof des Lima im 17. Jahrhundert. Neben den religiösen Gemälden, den schmucken Altaren und Holzverzierungen des Klosters, ist eben dieser Friedhof unter Tage ein Besuchermagnet in Lima. Ein paar Stockwerke (ja genau, die Brüder mussten mehrstöckig werden um dem Ansturm über die Jahre Herr zu werden) sind ausgegraben worden, andere bleiben wohl für immer unentdeckt, denn mit weiteren Ausgrabungen könnte das Fundament des Klosters Schaden nehmen. Aber auch die paar zugänglichen Räume unter der Kirche des Monasterio geben dem Besucher einen Einblick in die Bestattungen früherer Zeiten und sind die paar Soles Eintritt wert.

Und noch ein letzter Punkt in der ToDo-Liste wurde von uns abgehakt: das Nationalmuseum für Archäologie. Dort gab es jede Menge über die Kulturen Perus zu erfahren und es war eines der besten Museen in denen wir waren – unser netter Peruaner aus der Morgenschicht des Hostels hatte nicht übertrieben. Wir hingen uns an eine deutsche Führung dran und lauschten aus einiger Entfernung den Erklärungen über die Exponate. Natürlich sind die Inkas nur eine von vielen Kulturen die in Peru gewirkt haben und obwohl sie die bekanntesten sind, so gibt es einige Zeugnisse von früheren Kulturen, die absolut einmalig sind. Dazu dann aber in den nächsten Artikeln mehr, denn wir haben natürlich einige der Errungenschaften früherer Kulturen besichtigt :)

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