Wer wir sind

Im Bus auf Gibraltar Um uns vorzustellen wollten wir etwas Ungewöhnlicheres als nur einen Steckbrief schreiben. Die “harten Fakten” über uns sind für unsere Weltreise weniger wichtig finden wir. Und schließlich wollen wir uns auch nicht mit diesem Blog irgendwo bewerben, sondern es soll für unsere Familie, Freunde und Bekannten eine Art Tagebuch zum Mitlesen werden. Darum bitte wir unsere verehrten Leser uns die Ironie der folgenden Zeilen nachzusehen :)

Lara über Chris

In einem unbekannten Land hinter den 7 Bergen lebte einmal ein kleiner verrückter Kobold am Fuße des Regenbogens. Sein Goldtopf bestand größtenteils aus seiner geheiligten PUR-Sammlung und einer Menge Plastiksoldaten mit denen er fröhlich den heimischen Garten beratatatataterte ….

Doch dies ist eine längst vergessene Zeit. Heute ist unser kleiner Kobold schon groß und beendet bald sein Informatikstudium. Wenn er mal nicht für die Bachelorthesis auf seinem Laptop rumtippt sieht man ihn seit fast einem Jahr eigentlich nur noch auf Backpacker Seiten surfen oder in einen Lonely Planet oder Rough Guide vertieft – dem ist auch unsere bisher reibungslose Reiseplanung zuzschreiben. Chris ist einfach ein Organisationstalent wie es im Buche steht. Das beweist er in seiner Freizeit auch durch unbeschreibliches Engagement bei der AWO: “Boah, wieso hab ich mir das schon wieder aufschwatzen lassen?!”

Und wenn er mal nicht tüftelt und programmiert vertreibt er sich die Zeit zum Leidwesen seines Vaters nicht mit Joggen oder sonstigen sportlichen Aktivitäten sondern träumt davon, ein Waldelf zu sein und mit seinen DSA-Kumpanen das Böse aus der Welt zu vertreiben.

Diese kindliche Ader kommt bei unserem Kobold öfter mal zum Vorschein – vor allem in den frühen Morgenstunden. Doch trotzdem ist Chris nicht nur aufgrund seiner 5 Jahre früheren Zeugung sondern vor allem durch seine Selbstständigkeit und seinen Überblick über die Abgründe der deutschen Bürokratie eindeutig der Ältere und Erfahrenere von uns beiden – viel dazu beigetragen hat bestimmt auch seine Bundestagskandidatur für die Grünen (Kobolde). Allerdings resultieren aus diesem Wissen auch diverse Ängste: “Können wir überhaupt alles sehen, was wir sehen wollen? Was wenn wir irgendwo festsitzen? Haben wir genug Geld?” – aber keine Angst, kleiner Kobold, ich bin mir sicher, dass uns diese Reise, wie auch immer, zum Goldtopf führt ;) und für diese Reise über den Regenbogen könnte ich mir keine bessere Begleitung vorstellen :)

Chris über Lara

Laras geheimer und unterbewusster Wunsch ist es ein schönes, gewöhnliches Leben in einem Haus mit 1,376 Kindern und einem Job als Bankangestellte zu führen. Eigentlich sollte all das nach ihrem im Juni 2010 bestanden Abitur kein Hindernis mehr für sie darstellen, doch es gibt da leider einige Probleme, die verhindern, dass dieses ganz normale Durchschnittsleben jemals Realität werden wird…

Lara beim Fallschirmspringen in der Nähe von Ulm Zum einen wäre da das gefährliche Wort mit S – “Sport”.  Sobald es ausgesprochen oder auch nur gelesen wird, schüttet Laras Gehirn massenweise Dopamin aus. Es ist dabei einerlei in welchen Zusammenhang dieses Wort fällt, kritische Gedanken setzen einfach aus und selbst der natürliche Selbsterhaltungstrieb, die Angst,  kapituliert gegen die Dopaminarmeen in Laras Kopf. Während diese Krankheit die meiste Zeit des Jahres von Hand- und Volleyball erfolgreich therapiert werden konnte, bricht sie doch noch von Zeit zu Zeit aus. Der letzte Dopaminschub erfolgte während des Lesens eines harmlosen Flyers, in dem Fallschirmspringen mit dem Wort “FallschirmSPORT” umschrieben war. Kurze Zeit später berichteten Augenzeugen von einem seltsamen, sich bewegenden Regenbogen am Himmel. Nach ausführlicher Recherche stellte sich diese Beobachtung nicht als spektakuläres Naturphänomen heraus, sondern als Laras Fallschirm. Es ist der Aufmerksamkeit ihrer Freunde und Familie zu verdanken, dass Lara noch nie von Trendsportarten wie Extreme Ironing und Timbersports gehört hat.

Ein anderer Stolperstein auf dem Weg zum Durchschnittsleben ist die Musik. Ganz gleich was aus den Lautsprechern dröhnt, ob Pop-Songs von Britney Spears, Maná mit En el Muelle de San Blas, die White Stripes mit ihren rockigen Gitarren oder einfach nur irgendein uralter Schlager von Dieter Thomas Kuhn – Lara kennt den Text jedes einzelnen Liedes auswendig und singt es sofort mit. Seltsamerweise ist das ebenso bei den Liedern der Fall, die sie eigentlich gar nicht mag – aber simple Geschmacksfragen würden Lara nie vom Mitsingen eines Liedes abhalten. Die Geschwindigkeit mit der sie die Lyrics auswendig lernt ist oftmals gerade für Außenstehende erschreckend. Einmal hören reicht und Lara kennt jede einzelne, gesungene Silbe des gerade gespielten Musikstückes. Führende Mediziner vermuten, ihr gutes Gedächnis kommt von den vielen Stürzen im Kindesalter beim Inlinerfahren ohne Knieschoner. Ihre engsten Freunde munkeln jedoch, man höre Lara im Schlaf heimlich Liedtexte rezitieren und sich so einen unerlaubten Vorteil gegenüber anderen Musikliebhabern zu verschaffen.

Die gemeinsame Weltreise

Die Idee der Weltreise verfolgt uns beide schon eine ganze Weile. Zugegeben, nicht seit unserem ersten Aufeinandertreffen im Jahr 2003, aber doch schon eine ganze Weile. Angefangen hat alles mit der Träumerei von Abenteuern, der weiten Welt und der Vorliebe für fremde Kulturen. Die Spinnereien wurden mit der Zeit immer konkreter und irgendwann wurde klar, dass Lara und Chris zur selben Zeit Abitur und den Bachelor machten. Was lag da näher als eine gemeinsame Auszeit zu nehmen und unserer Heimat für 10 Monate den Rücken zu kehren? Die Vorbereitung der Weltreise umfasste auch einen Trip unter “realen Weltreisebedingungen” durch das spanische Andalusien. Wir haben diese Generalprobe mit Bravur bestanden und viele tolle Erfahrungen aus Gibraltar, Málaga, Cádiz und all den anderen wunderschönen Orten am südlichen Ende Europas gesammelt – was es heißt jeden Tag eine Unterkunft zu buchen und wie verdammt lang eine 36-stündige Busfahrt werden können inklusive. Mit diesen Erinnerungen und den zwei, von uns schon durch Spanien geschleppten Rucksäcken geht es auf zu neuen Ufern. Was uns erwarten wird wissen wir selbst nicht so genau – aber ihr könnt es gemeinsam mit uns herausfinden und bequem von zu Hause aus mit uns die Welt entdecken…